Florian L. Arnold: Pirina

18,00 

erschienen am 21.03.2019
Mirabilis Verlag 2019
 
ISBN 978-3-947857-00-5
 
192 Seiten
mit 12 Grafiken von Florian L. Arnold
Klappenbroschur, kartoniert
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PIRINA ist die Geschichte einer großen Liebe, die Geschichte zweier Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, ihre Familie verloren haben. Sie sind Geflohene, Gestrandete mit verwundeten Seelen. In großer Einsamkeit begegnen sie einander und finden endlich wieder einen Halt. Sie erzählen sich ihr Leben, von den Menschen, denen sie unterwegs begegneten und die wichtig für sie wurden, von ihren schrecklichen Erlebnissen und der Sehnsucht nach Heimat und Familie.
Florian L. Arnold schrieb diese Liebesgeschichte poetisch, schmerzlich und wunderschön.
 
FLORIAN L. ARNOLD, geboren 1977 in Ulm/Do., studierte Kunstwissenschaften. Der Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln arbeitet als freier Zeichner und Schriftsteller sowie als Buchhändler und Verleger. Nach der Novelle „Ein ungeheuerlicher Satz“ (2015) und dem Roman „Die Ferne“ (2016) ist der Roman „Pirina“ sein drittes Werk, das im Mirabilis Verlag erscheint.
www.florianarnold.de
 
Leseprobe
„Er wusste es besser: Sie lebte da drüben, in der Wohnung neben ihm. Sie atmete, sie sang, sie kochte, sie öffnete das einzige Fenster und schloss es wieder. Doch alles geschah so leise, beinahe unbemerkbar, dass er, selbst wenn er mit dem Ohr in das Holz hineinzudringen versuchte, immer noch glaubte, sie zu träumen. Er wollte sich ihre Welt vorstellen, dort drüben: wie das Wasser in einem zerschossenen Emailletopf sprudelte auf einem Gaskocher, wie das Licht über die mit grauem Papier überzogenen Sperrholzwände strich und eine Ahnung gab von der Weite der Welt. Wie die Kohlen in dem kleinen schwarzen Eisenofen dunkel glommen, wie es nach Petersilie und Kartoffeln und Zwiebeln roch und wie ihre Hände über die aufgeraute Maserung des Holztisches strichen. Er stellte sich die aufgerissene Hafermehltüte vor und die Holzdielen, die von vilen Menschenschuhen und -füßen zu einem hellen, wie poliert aussehenden Farbton abgescheuert worden waren und auf dem der Schatten ihres Körpers tanzte, dabei sich über die Wände, die Möbel ausbreitete. Einen lebendigen Schatten sah er, einen helldunklen Schatten mit einem Eigenleben. Eine Hand sah er, die schnell ins Haar fährt. Ihr Haar, das glaubte er zu wissen, müsse dunkel sein, schwarz vielleicht, mit einem Blaureflex darin, als habe die Nacht etwas von ihrer endlosen Tiefe in ihr Haar gewoben. Anders konnte er sie sich nicht denken.“

 

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Zusätzliche Information

Größe 18.9 × 12.9 cm