Günter Richter

Günter Richter ist Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war einer der ersten Studenten von Bernhard Heisig. Er wurde von 1949 bis 1953 an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Bossierer und Modelleur ausgebildet, musste die Klassiker von Raffael bis Dürer kopieren und durfte vor der Natur zeichnen. In diese seine Meißner Zeit Mitte der fünfziger Jahre gehen viele seiner Erzählungen zurück. Trotz geistiger Enge und natürlichem Mangel in den Nachkriegsjahren eine Zeit voller Hoffnungen und Pläne. Richter ergänzt mit dem Rückblick auf diese Jahre seine Lust an Polemik gegen die Moderne um seinen eigenen Lebensstoff. Er ist in seinem autobiografischen Erzählen zwar nicht Eule, der Junge aus Galizien, aber wie für Eule begann damals sein Weg zu einem erfolgreichen Maler. Dies belegt eine Auswahl seiner künstlerischen Arbeiten, die dieses Buch ergänzt. Sie sind in keinem Fall Illustration der Texte, sondern erzählen eigene Geschichten, und sie machen deutlich, woher Richters markanter Erzählton kommt – eine artifizielle Sprache wie in seinen Bildern, die hier erstmals mit seinen Erzählungen zusammenfinden. […]“
Aus dem Vorwort von Michael Hametner.

Günter Richter wurde 1933 in Meißen geboren und wuchs in Niederau auf. Nach seiner Ausbildung zum Porzellangestalter an der Porzellanmanufaktur Meißen studierte er von 1953 bis 1958 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und schloss das Studium mit Diplom ab. Günter Richter ist Mitbegründer der Leipziger Schule. Seit 1960 widmet er sich, neben Aufgaben der Lehrtätigkeit in den neunziger Jahren, ganz der Malerei. 1981 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Leipzig. Seine Werke wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. 2010 erschien sein erster Roman »Bocksprünge« im Leipziger Plöttner Verlag. – Günter Richter ist heute sechsundachtzig Jahre alt und immer noch an der Staffelei. Er lebt und arbeitet in Leipzig.